Die Schule mit Hand und Herz

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Haranni-Gymnasium Herne
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Die drei Schwestern

Es war einmal eine Mutter mit drei Töchtern, die sie aus ganzem Herzen liebte. Die erste Tochter, Marie, war gutherzig, aber hässlich. Sie war so hässlich, dass niemand je um ihre Hand angehalten hatte. Sie war fettleibig, besaß eine krumme, große Nase und kleine Augen. Doch ihr Herz war so rein, wie pures Gold. Die zweite Tochter, Morgana, war dumm, aber geschickt. Ihre Dummheit war im ganzen Dorf bekannt, so dass auch um ihre Hand niemand anhielt. Aber ihr Geschick ließ sich nicht übertreffen, sie beherrschte jedes Handwerk und jede Kunst. Eva, die dritte Tochter, war hübsch, ihr goldenes, gelocktes Haar glänzte so hell wie die Sonne. Ihr Antlitz glich der Schönheit einer Lilie, ihre Augen waren so tiefblau wie das Meer. Ein jeder Prinz, der sie erblickte, war von ihrem Anblick gefesselt und hielt augenblicklich um ihre Hand an. Doch jedes Mal sprach sie: ,,Nein, ich muss daheim bleiben und meine Mutter und meine Schwestern behüten.“ Doch eines Tages wollte Karl, der mächtige Prinz von Drachental nicht mehr von ihrer Seite weichen . ,,Ich bin verzaubert von deiner Schönheit. Werde meine Frau und die Prinzessin von Drachental “, sprach er sie an.

Das Mädchen erwiderte mit zärtlicher Stimme:,, Nein, ich kann nicht, mein edler Prinz. Ich bin überzeugt, dass du eine andere schöne Gemahlin finden wirst.“ Diese Worte machten ihn so wütend, dass er sie verfluchte: „Ihr Mächte des Mondes, der Sonne und der Meere: höret. Ist sie nicht mein, so dass sie niemandem gehöret.“ Noch im selben Moment, als der Fluch ausgesprochen war, verschwand sie. Der Prinz sprach mit hämischer Stimme: „Ihr habt drei Monde Zeit, sie zu erlösen. Damit es euch nicht all zu leicht fällt, habe ich eine kleine Überraschung für euch bereit.“ Als er dies gesagt, verschwand er samt Gefolge. Die Mutter brach in Tränen aus und bat ihre Töchter ihre Schwester Eva zu suchen. Bereits am nächsten Morgen traten die Schwestern ihre Reise an und verabschiedeten sich von ihrer Mutter, die ihnen einen guten Rat mit auf den Weg gab: „Der Gegenzauber liegt in euren Herzen.´´ Auf ihrem langen Weg kamen sie an Bergen , Tälern und sternenklaren Bächen vorbei. Als es sie dürstete, tranken sie aus diesem. Auf einmal ertönte ein schriller Schrei, die beiden Schwester schreckten auf. Marie fragte sich, was das wohl gewesen sein mag. Ein Tier? Ein Troll? Mit verängstigter Stimme forderte Morgana Marie auf zu gehen: „Komm Marie, lass uns gehen.´´ Marie erwiderte:,, Nein, wir müssen helfen. Was, wenn es ein verletztes Tier ist.´´ So machten sie sich auf die Suche, immer der Strömung nach. Nach einer Weile erblickte Marie im strömenden Fluss einen Fuchs, der sich mit einer Pforte an einem Ast festhielt und herzzerreißend jaulte. Die herzensgute Marie sprang ohne Furcht und Zweifel in den Fluss und rette ihn. Am Ufer fing der Fuchs an zu sprechen:,, Ich danke dir meine Teuerste. Für diese Tat hast du einen Wunsch frei. Doch, ist der Wunsch ausgesprochen, gibt es kein zurück mehr . Marie fragte: ,,Jeden Wunsch? Der Fuchs antwortete: ,,Ja, wirklich jeden Wunsch.´´ Sie überlegte gründlich, ihr erste Gedanke war, dass sie schön werden könnte, aber dann erinnerte sie sich an ihre Schwester Eva, die ihr stets zur Seite gestanden hatte. Sie entschied sich, ihren Wunsch zu bewahren und sie setzten ihre Reise fort. Nach einiger Zeit des Wanderns waren sie müde und erschöpft und legten eine Rast im Wald ein. Als sie sich niedergelegten auf dem Waldboden und grade ihre Augen schlossen, ertönte ein schmerzerfülltes Wimmern durch den dunklen Wald. Beide Schwestern schreckten auf und befürchteten erneut, es könnte ein Troll oder ein anderes böses Zauberwesen sein. Doch Marie erwiderte erneut: „Wir müssen helfen. Was, wenn es ein verletztes Tier ist.“ So fanden sie hinter einem Busch einen Hasen, der mit seiner Pfote in einer Jägerfalle gefangen war. Marie versuchte ihn vergeblich zu befreien. Die geschickte Morgana griff mit ihren feinen Fingern in die Falle, und mit Hilfe von Stöckern und Steinen öffnete sie sie in Windeseile. Marie versorgte die verwundete Pfote mit Heilkräutern. Der Hase sprach aus tiefer Dankbarkeit: „Dank deines Geschicks bin ich nun frei. Ich werde dir einen Wunsch gewähren, wähle gut. Doch ist der Wunsch ausgesprochen, gibt es kein zurück. “ Morganas sehnlichster Wunsch war, dass sie gescheit werden würde, doch auch sie dachte an ihre Schwester Eva, die ihr stets zur Seite gestanden hatte. Am nächsten Morgen brachen sie ausgeruht auf, um ihre Schwester zu finden. Drei Tage und drei Nächte irrten sie durch das Land, am vierten Morgen kamen sie an einem prächtigen Schloss an. Die Schwestern erfuhren durch die Dorfbewohner, dass es sich um das Schloss von Karl, dem Drachenkönig handelte und dieser im Schloss ein wunderhübsches Mädchen mit goldenen Haaren mit der Schönheit einer Lilie gefangen hielt. Sie wussten sofort, dass es sich um ihre Schwester Eva handelte. Als Karl sie erkannte, gewährte er ihnen Einlass, gab ihnen Speis und Trank und ein Bett für die Nacht. Sie sollten sich sicher fühlen, so dass er sie im Schlaf verzaubern konnte. Doch die Schwestern erahnten die List des Drachenprinzen und legten sich nicht zur Ruh, sondern machten sich auf die Suche nach ihrer Schwester, als auf einmal ein Hilferuf ertönte. Morgana und Marie schreckten auf, beide wussten, dass ihre Schwester Eva ganz nah war und folgten dem Hilferuf. Sie kamen immer näher, als die Stimme verklang, standen sie in einem prächtigen Saal, geschmückt mit Gold und Silber. Am Ende des Saals war eine kleine Tür. Marie fragte sich, was sich wohl dahinter verbarg. Die Schwestern fassten sich ein Herz und betraten ein düsteres Verließ, in der eine Gestalt in der Ecke kauerte. Marie und Morgana näherten sich und erkannten ihre Schwester Eva. Die drei Schwestern konnten ihren Augen nicht trauen und fielen sich überglücklich in die Arme. Als sie sich auf den Weg nach Hause machen wollten, bauten sich drei furchterregende Drachen vor ihnen auf. Und der Prinz, der in diesem Moment herein kam, lachte hämisch und schrie wutentbrannt: „Dies ist die Überraschung, von der ich sprach. Ihr habt schon verloren.“ Nach kurzer Zeit fingen die Drachen an wild Feuer um sich zu speien. Morgana handelte geschickt, sie wünschte sich mit ihrem Wunsch eine Waffe, womit man die Drachen erlegen konnte. Kaum war der Wunsch ausgesprochen, so erschien ein mächtiges Schwert in ihren Händen. Als sie gerade den ersten Drachen erlegen wollte, regte sich im guten Herzen der Marie Mitgefühl für die Drachen. Da wünschte sich Marie, dass die Drachen unversehrt bleiben sollten, aber diese ihnen nichts mehr zu leide tun sollten. Mit diesem Wunsch verschwand das Schwert so schnell, wie es aufgetaucht war. ,,Warum hast du das getan?‘‘fragte Morgana sie. Marie antwortete mit selbstbewusster Stimme: ,,Weil jedes Lebewesen ein Recht hat auf Leben, sei es hässlich, dumm oder ein Tier oder eine Kreatur.“ In diesem Moment verwandelten sich die drei angsteinflössenden Drachen in drei staatliche Männer. Sie bedankten sich herzlich bei den Schwestern und erzählten ihnen ihre Geschichte: ,,Der Prinz von Drachental, unser Bruder, hat uns verzaubert und hielt uns hier gefangen, weil er die ganze Macht für sich allein haben wollte. Der Bann, den er über uns gelegt hatte, konnte nur mit Liebe gebrochen werden. Dafür sprechen wir euch unseren tiefsten Dank aus.“ Prinz Friedrich umarmte Marie und verliebte sich über beide Ohren in ihre Herzensgüte. Ihre Hässlichkeit verwandelte sich urplötzlich durch die Liebe des Prinzen in grosse Schönheit. Der zweite Prinz, der Joseph hieß, umarmte Morgana und bedankte sich für ihren Mut und Geschicklichkeit und bat sie, seine Gemahlin zu werden. Morgana stimmte freudig zu und im gleichen Moment verwandelte sich ihre Dummheit in Weisheit. Prinz Eduard wiederum konnte seine Augen nicht von der wunderschönen Eva abwenden und bat seine Prinzessin zu werden. Eva stimmte freudig zu. Karl, der böse Bruder, jedoch, musste das Königreich verlassen und durfte nie mehr heimkehren. Im gleichen Jahr fand das größte und prunkvollste Hochzeitsfest der drei Schwestern und der drei Prinzen statt, zu der alle im Reich eingeladen wurden. Die Leute erzählen noch heute davon. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben und leben sie heute noch.
Ende
Geschrieben von Liliya Habrichi (jetzt 6c)

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