Nach der langen, aber angenehmen Fahrt sind wir erst zum Haus des Künstlers Rembrandt(1606-1669) gelaufen, welches heute als Kunstmuseum seine Werke beherbergt. Nachdenklicher und etwas deprimierender wurde die Stimmung gleich im Anschluss beim Besuch des jüdischen Viertels. Zunächst trafen wir auf mehrere Stolpersteine hintereinander, die vor den damaligen Häusern der Familien platziert waren.

Ein erster Höhepunkt unserer Exkursion war das riesige Nationaal Holocaust Namenmonument in Gedenken an die zahlreichen ermordeten Juden Amsterdams. Es herrschte eine so große Stille, dass die Namen beim Lesen fast schon laut waren. Auf den Grabsteinen waren ganze Familien ausgelöscht. Babys und Kinder waren keine Seltenheit, denn mehrfach sah man auf den Steinen die Namen und Lebensdaten von Säuglingen, die teilweise nur Monate alt wurden. Es herrschte eine bedrückende Atmosphäre, vor allem, wenn man sich vor Augen führte, dass jeder dieser Menschen Bestandteil einer Familie war, ein Herz voller Träume, Wünsche und Ideen hatte und nur aufgrund von Glauben, Überzeugung und Vorurteilen ermordet wurde. Trotzdem sind wir persönlich dankbar, dass wir mindestens einen Tag lang diese Seelen gedenken durften und das Haranni uns diese wichtige Möglichkeit gab.
Zu Besuch im Anne-Frank-Haus
Unser Besuch im Anne-Frank-Haus war für uns Schüler eine sehr besondere und bewegende Erfahrung. Als wir dort ankamen, war es zuerst ruhig und respektvoll, weil wir alle wussten, dass dieser Ort eine wichtige Geschichte erzählt. Im Museum konnten wir durch die verschiedenen Räume gehen und sogar in dem Zimmer stehen, in dem Anne Frank gelebt hat. Das hat uns besonders beeindruckt, weil man sich dadurch viel besser vorstellen konnte, wie sie und ihre Familie damals gelebt haben. Die Räume waren klein und eng, und es war schwer zu glauben, dass sie dort über zwei Jahre lang versteckt waren.

Wir haben viele persönliche Gegenstände gesehen und auch ihr berühmtes Tagebuch, in dem sie ihre Gedanken und Gefühle aufgeschrieben hat. Dadurch wurde uns klar, dass sie ein ganz normales Mädchen war, mit Träumen und Hoffnungen, so wie wir heute auch. Außerdem gab es im Museum teilweise Videos von Zeitzeugen, die über diese Zeit gesprochen haben. Diese Berichte waren sehr emotional und haben uns noch einmal gezeigt, wie schlimm die Zeit des Nationalsozialismus war und was viele Menschen durchmachen mussten.
Der Besuch hat uns nachdenklich gemacht und uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich an die Geschichte zu erinnern. Wir haben gelernt, wie wertvoll Freiheit und Frieden sind und dass man Menschen nicht wegen ihrer Herkunft oder Religion verurteilen sollte. Insgesamt war der Ausflug ins Anne-Frank-Haus für uns eine wichtige Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden.
Die kulinarische Seite einer interkulturellen Metropole
Wohl bekanntesten ist die niederländische Spezialität „Stroopwafels“: Dünne Waffelscheiben gefüllt mit einer feinen Schicht Karamell-Sirup, der sogenannte „Stroop“. Ob in hoher Qualität zu kaufen bei hochwertigen Bäckereien oder auch zum kleineren Preis und abgepackt im Supermarkt, ist die „Stroopwafel“ ein Wahrzeichen Amsterdams und wurde mit großer Freude von den Schülern verzehrt. Als Hauptstadt ist das kulinarische Angebot ebenfalls durch und durch diverse und interkulturell. Seien es die heimeschen „Dutch Fries“ (Pommes mit topping aller Art), italienische Pasta und Pizza oder mexikanische Quesadillas (gefüllte Tortillas), verhungern muss man als Schüler in Amsterdam nicht.

Dennoch ist der Ausblick mit leeren Magen auszugehen nicht allzu unrealistisch, denn wer sein Essen bezahlen will, kann dies oftmals nur mit Kartenzahlung, denn mit Bargeld kommt man nicht weit: Essen, öffentliche Verkehrsmittel, Toiletten und sogar der Souvenir Shop des Anne-Frank-Hauses akzeptieren „PIN-only“ und das sehr zum Leidwesen so mancher Schüler. Dies ist definitiv ein Punkt, dem man sich im Voraus bewusst sein sollte, wenn man eine Metropole wie Amsterdam besucht. Dennoch begrüßt die Stadt einen mit offenen Armen, und wenn man nicht gut genug aufpasst auch mit offenen Beinen: Wer nach Amsterdam reist sollte wissen, dass so manche Wege durch das Rotlichtviertel De Wallen führen, was oft für Touristen, die nur eine Abkürzung zum nächstgelegen Imbiss suchen, von großer Überraschung sein kann.
Text: Furkan Atac, Sahar Azimi, Gowscya Thiroon, Alisa Yilmaz
Fotos: Marcel Pohlig




