Die Schule mit Hand und Herz

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Die arme Familie und der König
Es war einmal eine furchtbar arme Familie. Sie war so furchtbar arm, dass sie sich gerade mal einen kleinen Korb Äpfel im Monat kaufen konnte. Manchmal saßen sie sogar an Straßenecken und hofften, dass ihnen jemand etwas spendete. Über eine Scheibe Trockenbrot waren sie sehr dankbar. Wenige Leute erkannten ihre Trauer und brachten ihnen sogar belegte Brote. Doch die anderen liefen einfach weiter. Zu der Familie gehörten die Mutter, der Vater, die ältere Tochter, die jüngere Tochter und der Sohn. Wenn sie schlafen wollten, mussten sie sich in eine Höhle oder unter einen Baum legen, um nicht nass zu werden und damit ihnen nichts auf den Kopf fiel. Die jüngere Tochter aber weinte oft, weil sie großen Hunger hatte.

Eines Tages ging die Familie zu dem Königreich, welches am nächsten lag. Leider wussten sie nicht besonders viel über Königsfamilien und somit wussten sie auch nicht, was sie dort erwarten würde. Zu aller Überraschung, war der König sehr nett zu ihnen und verstand ihr Problem sofort. Er ließ sie sich in die wundervollen Kleidungsstücke des Schlosses kleiden und schlafen konnten sie in einem kleinen Zimmerchen, im obersten Turm des Schlosses. Damit der König nicht ohne Verdienst dastand, musste der Vater einmal am Tag den Stall ausmisten, die Mutter einen kleinen Korb Obst und Gemüse pflücken, die ältere Tochter und der Sohn mussten zusammen jeden zweiten Tag den Schornstein des Schlosses reinigen und auf die jüngere Tochter passte der König auf. Das machte der Familie aber nichts aus. Nach ungefähr fünf Wochen kam ein Kundschafter vorbei. Er verkündete allen Bewohnern, die in dem oder in der Nähe des Schlosses lebten, eine frohe Kunde. Der König lud den Kundschafter zu sich in sein Schloss ein. Die Familie bearbeitete ihre Pflicht und wollte zu Bett gehen. Als sie die Tür öffnen wollten, war sie verschlossen. Sie gingen ganz rasch zum König, doch dieser sagte nur: „Oh, hatte ich es denn gar nicht erwähnt, dass der Kundschafter ab jetzt in eurem Zimmerchen schläft? Ihr schlaft ab jetzt in dem Zelt, welches ich draußen hingelegt hatte. Aber heute braucht ihr eh keinen Schlaf mehr. Ich habe nämlich noch mehr Arbeit für euch.''

Nun musste der Vater statt einem Stall 500 Ställe ausmisten, die Mutter statt einem kleinen Korb fünf riesige Körbe ernten und die Kinder fünfmal am Tag die Schornsteine des gesamten Landes reinigen. Doch das schafften sie nicht. Am Ende des Tages waren sie immer noch nicht fertig und klagten über Schmerzen. Mitten in der Nacht tauchte plötzlich ein unbekanntes Wesen auf: ,,Ich will euch im Tausch gegen eine uralte Schriftrolle des Königs befreien.'' Die Familie überlegte hin und her und kam zu dem Entschluss den König darum zu fragen. Am nächsten Tag gingen sie direkt zu ihm, doch dieser erlaubte es keines Falls. In der nächsten Nacht kam das Wesen wieder und erfragte die Schriftrolle. Sie erklärten ihm die vom König getroffene Entscheidung und was er dazu sagte.

Es bat einen neuen Tausch an: ,, Ich befreie euch von der Arbeit, wenn ihr drei Aufgaben erfüllt. In der ersten müsst ihr dem großen Stier von Xanten seinen silbernen Huflack wegnehmen, mein Fabelwesen damit fabelhaft bemalen, so dass es schöner ist als der öde Stier. In der zweiten Aufgabe müsst ihr mit dem gefährlichsten Drachen des Landes kämpfen und ihm eine strahlend pinke Feder rausziehen. In der dritten Aufgabe müssen die Kinder alleine in den Wald gehen, ein Feuer über dem alten Kessel anzünden und den silbernen Huflack und die strahlend pinke Feder miteinander verschmelzen. Dann seid ihr erlöst."
Die Familie machte sich direkt auf den Weg zum Stier. Als sie das Gelände betraten, kam ihnen der Stier entgegen geschossen, doch die Familie ging schnurstracks an ihm vorbei, griff nach der Flasche und rannte über die Weide in Richtung Gattertor. Doch auf einmal kam der Stier auf sie zu gerannt und stieß sie mit Anlauf weit hinaus über das Gatter.
Die Familie hatte nun die erste Aufgabe fast geschafft. Sie bemalten das Fabelwesen schöner als den Stier und gingen zu der Höhle des gefährlichsten Drachen des Landes. Er war sehr sauer, weil sie ihn aus seinem Schlafe geweckt haben. Es brüllte durch den ganzen Wald: ,,Was wollt ihr hier? Das ist nur mein Revier, also verschwindet!'' Die Familie jedoch tat etwas ganz anderes. Der Vater sprang in einem Satz auf den Rücken des Drachens und riss ihm eine seiner strahlend pinken Federn aus. Der Drache brüllte den ganzen Wald zusammen und verbrannte dabei versehentlich sogar ein paar Äste. Sie flüchteten eilig aus dem Wald, doch die Kinder mussten wieder hineingeschickt werden.
Sie zündeten ein Feuer, doch die Feder wollte einfach nicht mit dem silbernen Huflack verschmelzen. Das bekam das unbekannte Wesen mit und sagte zu den Kindern: ,,Wenn ihr es nicht schafft, habt ihr zweieinhalb Tage Zeit um das Geburtsdatum meines Fabelwesens zu erraten. Schafft ihr es nicht, werdet ihr weiterhin beim König arbeiten müssen. Außerdem müsst ihr dies ohne eure Eltern herausfinden, da es sonst zu einfach wäre. Doch wenn ihr es geschafft habt, verspreche ich euch, seid ihr befreit. Die beiden Kinder suchten und suchten, bis sie einen Zettel fanden, wo das genaue Geburtsdatum von dem Fabelwesen in einem Satz formuliert draufstand.
Sie riefen das Wesen und zeigten ihm den Zettel. Das Wesen stampfte auf den Boden und schrie: ,,Das ist ungerecht! Ihr hattet meinen Zettel gefunden und darauf geguckt!'' Doch die Kinder hielten dagegen und sagten: ,,Du hast es uns versprochen. Also halte dein Versprechen und befreie uns."
Da tauchte plötzlich der Rest der Familie auf und bestätigte mit voller Kraft die Aussage der Kinder. Dem Wesen blieb nichts anderes übrig als sie von der Schufterei zu befreien und zurück im Wald zu verschwinden. Diese Aktion vergaß niemand und alle Leute verstießen den König und wählten den Vater und die Mutter zu König und Königin. Von nun an war in diesem Land niemand mehr arm, weil sie sich bewusst waren, wie das Leben auf der Straße wirklich war.

Linda Rahn Klasse 5a (Deutschlehrerin Frau Walbert) - wir gratulieren Dir sehr ♥-lich und sind sehr stolz auf Dich!

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