Die Schule mit Hand und Herz

Kontakt

Haranni-Gymnasium Herne
Hermann-Löns-Straße 58
D-44623 Herne
Telefon: (0 23 23) 16-22 11
Telefax: (0 23 23) 16-28 27
info@haranni-gymnasium.de

Kategoriebild Sport

Es sind nur noch wenige Minuten zu spielen in diesem denkwürdigen WM-Halbfinale 1982, das als „Thriller von Sevilla" in die Fußballgeschichte einging. Die französische Mannschaft um den genialen Spielmacher Michel Platini ist eigentlich die stärkere Mannschaft. Nach 90 Minuten steht es 1:1. Es geht in die Verlängerung. Frankreich geht schnell mit projekt-fuball 2015 1zwei Toren in Führung. Das Spiel scheint entschieden. Aber die Deutschen geben sich nicht auf. Sie kommen durch Rummenigge zum Anschlusstreffer. Und kurz vor Schluss kommt der Ball an den Fünfmeterraum zum Mittelstürmer. Der steht eigentlich ungünstig mit dem Rücken zum gegnerischen Tor. Aber dieser Mann ist Experte für solche Situationen. Instinktiv hebt er ab, vollzieht einen Scherenschlag über dem Körper und schießt den Ball artistisch per Fallrückzieher in das französische Tor. Deutschland gleicht aus. Kurze Zeit später gewinnen sie dieses dramatische Spiel per Elfmeterschießen und ziehen ins WM-Finale ein.
Die Schüler des Fußballprojekts „Das Herz des Fußballs schlägt im Ruhrgebiet" lauschen gespannt der Schilderung von Herrn Rathke und sehen sich das Tor auf dem Whiteboard per Videoclip an. Der Stürmer, der dieses ebenso spektakuläre wie wichtige Tor erzielte, heißt Klaus Fischer. Und dieser frühere Weltklassespieler hat für den heutigen Projekttag sein Kommen zugesagt.

Keine fünf Minuten später betritt Klaus Fischer den Klassenraum. Er hat keine Berührungsängste und setzt sich gleich mitten unter die Schüler für ein Pressefoto. Danach nimmt er sich viel Zeit und beantwortet geduldig die Fragen der Harannianer. Es geht anfangs um seine sehr erfolgreiche Karriere. Seine fußballerische Vita ist beeindruckend. Er ist bislang mit 268 Treffern der zweitbeste Bundesligatorschütze aller Zeiten, war Torschützenkönig und hat 45 Länderspiele für Deutschland bestritten. Das eingangs geschilderte Tor wurde zum Tor des Jahres gewählt. Sein Fallrückzieher 1977 im Länderspiel gegen die Schweiz wurde sogar von den Zuschauern der ARD zum „Tor des Jahrhunderts" gewählt.
Fischer präsentiert sich sehr sympathisch und bodenständig. Von Arroganz, wie bei manch anderem großen Fußballspieler, fehlt jede Spur. Er schildert beispielsweise den interessierten Zuhörern den Unterschied zwischen der heutigen Zeit und seiner Jugendzeit: „Ich bin als Elfjähriger jeden Tag mit dem Fahrrad zig Kilometer zum Fußballspielen gefahren. Wir haben viel auf der Straße gespielt. Das gibt es heute gar nicht mehr. Man sieht kaum noch Kinder, die draußen spielen."
Sein Markenzeichen, den Fallrückzieher beherrsche er übrigens noch immer. Auf die Rückfrage, ob er ihn vorführen könne, winkt er lachend ab und sagt, in seinem Alter müsse man solche Dinge nicht übertreiben. Er sei aber noch aktiv in der Uwe-Seeler-Traditionself und trete ab und zu vor den Ball.
Gefragt nach der Rivalität zwischen den großen Reviervereinen sagt der Schalker Ehrenspielführer, die Lokalderbys seien immer etwas Besonderes. Zwischen den Spielern habe es aber nie Probleme gegeben, teilweise existierten dort sogar Freundschaften. Die Rivalität bestehe hauptsächlich zwischen den Fans und werde von der Presse zusätzlich angeheizt. Er äußert deutlich sein Unverständnis für Fan-Ausschreitungen und fordert eine konsequente Vorgehensweise dagegen.
Der berühmte Experte steht unseren Schülern über zwei Stunden Rede und Antwort. Aufgrund seiner angenehmen Persönlichkeit und seiner interessanten Einblicke in die Welt des Profifußballs vergeht die Zeit wie im Flug.
Zum Abschied gibt Fischer den Schülern noch eine wichtige Lebensweisheit mit auf den Weg: „Du musst hart arbeiten um etwas zu erreichen." Dies gelte genauso für den Fußball wie für die Schule und das spätere Berufsleben. Danach wird noch ein gemeinsames Gruppenfoto gemacht und der nette Gast wird sehr herzlich von den sichtlich begeisterten Schülern verabschiedet.
(Martin Rathke)

projekt-fuball 2015 2

Klaus Fischer im Kreise der Schüler und Lehrer der Projektgruppe: "Das Herz des Fußballs schlägt im Ruhrgebiet"

projekt-fuball 2015 3

 

Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok